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Kathrin Gaal, Stadträtin für Frauen, Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung

Frauen und Wohnen – intensive Förderung ist das Ziel

„Wir sprechen von der größten Mittelstandsförderung überhaupt!“, betonte Kathrin Gaal, Wiener Stadträtin für Frauen, Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, am Montag beim Rechnungsabschluss zum sozialen Wohnbau. „Rund 62 Prozent der Wienerinnen und Wiener leben in einer geförderten oder Gemeindewohnung. Der Anteil steigt sogar weiter“, hielt Gaal im Wiener Gemeinderat mit Hinweis auf die 2. Wiener Wohnbauoffensive fest.

In Sachen Frauenpolitik verwies die Stadträtin auf „Erfolge der Wiener Anstrengungen“. Die zu bewältigenden Aufgaben würden angesichts der „unsozialen Maßnahmen auf Bundesebene“ für Frauen jedoch nicht geringer.

Neue Wohnbauoffensive für leistbaren Wohnraum und soziale Durchmischung

Mit Mai 2018 startete das neueste Wiener Wohnbauprogramm. Bis 2020 werden alleine im Rahmen von Bauträgerwettbewerben 13.800 geförderte Wohneinheiten auf Schiene gebracht. „Die entsprechenden Bauplätze sind auf verschiedene Bezirke verteilt. Das ist mir sehr wichtig, denn auch in Zukunft soll man in Wien anhand der Adresse nicht auf den sozialen Status einer Person schließen können“, sprach Gaal die soziale Durchmischung als eines ihrer vorrangigen Ziele an.
„Die vielen geförderten Wohneinheiten schaffen wir, obwohl die Herausforderungen größer werden. Stichwort Grundstückspreise, Stichwort Baukosten“, gab sie zu bedenken. Die Lösung für die "Gemeinnützigen": „Wir haben die Wohnbauförderung neu geregelt. Die Baukostenobergrenze von 1.800 €/m² ist gestrichen. Nicht jedoch die Mietzinsobergrenze von 4,87 €/m²!“

Der Neubau sichere Tausende Jobs – so auch die geförderten Sanierungen. „Keine andere Großstadt in Europa investiert so viel in die Erneuerung ihres Baubestands. 2017 waren es 163 Mio. Euro“, informierte Gaal. Derzeit befänden sich 313 Wiener Wohngebäude mit rund 24.100 Wohneinheiten in geförderter Sanierung.

Wiener Wohnen mit Sanierungs- und Serviceoffensive

„Die rege Sanierungstätigkeit betrifft selbstverständlich auch die städtischen Wohnhausanlagen. 2017 schloss Wiener Wohnen 18 Projekte mit 1.000 Wohneinheiten ab“, betonte die Stadträtin. Hier verwies Gaal auch auf die Lokaloffensive der städtischen Hausverwaltung. Leerstehende Geschäftsräume im Gemeindebau werden gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien beworben. Gleichzeitig unterstützt Wiener Wohnen Ärztinnen und Ärzte bei der Suche nach Ordinationen. Die Mieterinnen und Mieter wiederum erfahren einen unmittelbaren Mehrwert. Sie erhalten vor der Haustüre Geschäfte bzw. Haus- oder Fachärzte.

Sicherheit für die Wienerinnen und Wiener

Das Thema Sicherheit spiele sowohl in ihrer Funktion als Wohnbaustadträtin als auch als Frauenstadträtin eine wesentliche Rolle.
Dazu zähle auch der MieterInnenschutz. „Wenn gewünscht, prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mieterhilfe Wien Verträge auf Herz und Nieren. Im Akutfall stehen sie sofort mit Rat und Tat bereit. Kostenlos!“ , ging Gaal auf die Serviceeinrichtung der Stadt Wien ein.

Wiener Wohnen habe 2017 die Kooperation mit der Polizei intensiviert. Beispiel: Zwischen KundenmanagerInnen und der jeweiligen Grätzelpolizistin bzw. dem -polizisten wurde ein direkter Draht hergestellt. Jeder Gemeindebau erhielt zudem einen Aushang mit Kontaktmöglichkeit. Wichtiges Thema sei auch die Vermeidung von Angsträumen im Zuge von Sanierungen.

In diesem Bereich werde sie generell Initiativen setzen. "Ich will, dass sich in ganz Wien alle Frauen und Mädchen immer und überall sicher fühlen", so Gaals klare Ansage. Sie verwies auf die am Donauinselfest 2018 gestartete "Rettungsanker"-Kampagne des Frauenservice, der ehemaligen Frauenabteilung Wien.

Sicherheit bedeutet auch Schutz vor häuslicher Gewalt. Neben dem 24 Stunden Frauennotruf, der in Sekundenschnelle hilft, sind die Wiener Frauenhäuser Kompetenzstelle Nummer 1. 2017 wurden 624 Frauen und Mädchen betreut. "Rund 5,4 Millionen Euro, die kaum besser angelegt sein könnten", sprach Gaal die Finanzierung durch die Stadt Wien im Rahmen eines unbefristeten Vertrags an.

Wien erleichtert Frauen den Alltag, der Bund erschwert ihn

"Alarmglocken läuten, wenn ich höre, dass die Bundesregierung Unterstützungen für Frauenvereine streicht", kritisierte die Frauenstadträtin. Umso wesentlicher sei, dass Wien den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehe. 2017 erhielten 25 Frauenvereine Subventionen in der Höhe von rund 1,9 Millionen Euro. Dazu gab es Unterstützungen aus dem Kleinprojektetopf für 33 Initiativen (insgesamt 120.000 Euro).
„Die unsozialen Einschnitte, die die Bundesregierung bei der Mindestsicherung plant, treffen Wiener Alleinerzieherinnen besonders", sparte sie nicht mit Kritik. Nachsatz: „Vor allem jene mit mehreren Kindern!“

Der 12 Stunden-Arbeitstag bzw. die 60 Stunden Arbeitswoche richte sich ebenfalls gegen Frauen. Die angebliche Flexibilisierung erschwere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie maßgeblich. Gaal: „Zu befürchten ist, dass Frauen auf den Job verzichten und sich in Abhängigkeiten begeben.“

"Wir lassen in Wien jedenfalls kein Mädchen und keine Frau im Stich. Wir sorgen für aktive Gleichstellungspolitik, Förderung am und für den Arbeitsmarkt, Schutz vor Gewalt und Sexismus, gleichzeitig für eine Kinderbetreuung, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht", stellte die Frauenstadträtin klar. 
Gaal abschließend: "Wien ist Stadt der Frauen und damit Stadt mit Zukunft!"


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