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Gemeindebaubenennung nach Eveline Andrlik

Eveline Andrlik hat sich vor allem um die Weiterentwicklung des Wiener Gesundheits- und Sozialwesens große Verdienste erworben. In  Anerkennung ihrer Leistungen ehrt sie die Stadt Wien mit einer Wohnhausbenennung in ihrem Heimatbezirk Leopoldstadt. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger und Gemeinderat Gerhard Kubik nehmen gestern, Freitag, die offizielle Namensgebung vor.

„Eveline Andrlik war über Jahrzehnte eine treibende Kraft für die moderne Weiterentwicklung des Wiener Gesundheits- und Sozialwesen. Ins Zentrum ihrer unermüdlichen Anstrengungen standen stets die Menschen, die Unterstützung oder Hilfe bedurften. So sind etwa die Häuser zum Leben, der Psychosoziale Dienst oder mobile Krankenpflege untrennbar mit dem Namen Eveline Andrlik verbunden“, hielt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig fest.

„Eveline Andrlik hat ihr politisches Leben ganz den Menschen gewidmet.  Sie war federführend an der Modernisierung der Seniorenheime  und Pflegehäuser beteiligt. Ihr war es ein Herzensanliegen, die Bedingungen, unter denen ältere Menschen leben, die sich nicht mehr selbst versorgen können, auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Auch der Psychosoziale Dienst, dessen Aufgabengebiet sie massiv erweiterte und dessen Vorsitz  sie jahrelang inne hatte, um die psychosoziale Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, ist eines der Verdienste, für die man Eveline Andrlik nicht genug würdigen kann“, so Bezirksvorstherin Ursula Lichtenegger.

„Zahlreiche Leistungen der Stadt, die heute als selbstverständlich gelten, hat Eveline Andrlik auf den Weg gebracht. In der Leopoldstadt wurden Dienste wie Essen auf Rädern oder Heimhilfen zunächst auf Bezirksebene erprobt bevor sie auf ganz Wien ausgeweitet wurden“, betonte Gemeinderat Gerhard Kubik.

v.l.n.r.: Berzirksvorsteherin-Sellvertreterin Astrid Rompolt, Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger, Roman Andrlik, Josef Andrlik, Christian Andrlik, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Gemeinderat Gerhard Kubik.

v.l.n.r.: Gemeinderat Gerhard Kubik, Roman Andrlik, Christian Andrlik, Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Josef Andrlik.

Biografie Eveline Andrlik (14. Jänner 1935 Wien - 26. Jänner 2016)

Eveline Andrlik wuchs in der Freudenau auf. Angeregt durch ihren Vater, der ebenso wie ihr späterer Ehemann ÖBB-Bediensteter war, engagierte sie sich schon früh politisch. Kaufmännisch ausgebildet, arbeiteté sie ab 1959 in der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter. Von 1970 bis 1971 gehörte Andrlik der Bezirksvertretung der Leopoldstadt an, 1971 wurde sie in den Wiener Gemeinderat bzw. Landtag gewählt, dem sie bis 1991 angehörte. Von 1984 bis 1989 war sie einer der Vorsitzenden des Wiener Gemeinderates, zuletzt Erste Vorsitzende. 1989 wurde sie Zweite Präsidentin und von März 1991 bis Dezember 1991 war sie Erste Präsidentin des Wiener Landtages.

Als Mitglied des Gesundheitsausschusses des Gemeinderates engagierte sie sich in den 1970er und 1980er Jahren besonders für die Weiterentwicklung der Pensionistenwohnhäuser und der Pflegeeinrichtungen, der Ausweitung des Psychosozialen Dienstes, dessen stellvertretende Vorsitzende sie jahrelang war, sowie der Modernisierung der städtischen Krankenanstalten (darunter der Neubau des Krankenhauses Rudolfstiftung). Außerdem war Andrlik Vorsitzende der Gemeinderätlichen Pflegeheimkommission sowie der Kommission zur Erstellung eines Wiener Gesundheits- und Krankenanstalten-Zielplanes und gehörte über drei Jahrzehnte dem Kuratorium der Wiener Pensionistenwohnhäuser an.

1981 erhielt Andrlik das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und war zudem Trägerin der Julius-Tandler-Medaille der Stadt Wien in Gold.


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